Gedanken zum Thema Kastration bei Hunden

Da mich die Besitzer meiner Nachzuchten immer wieder um Rat zum Thema Kastration fragen, hier ein paar Gedanken dazu von meiner Seite.

Seit einigen Jahren gibt es eine kontroverse Diskussion zu diesem Thema, sowohl die Argumente für eine Kastration, sowie die gegenteiligen Argumente haben ihre Berechtigung. 

Das Wichtigste erst einmal vorne weg, wenn aus medizinischen Gründen kastriert werden soll, um die Gesundheit der Hündin oder des Rüden zu erhalten oder gar das Leben zu retten, so sollte dies im Sinne des Tieres auch getan werden. Und diese Entscheidung treffen immer der Besitzer des Hundes und der behandelnde Tierarzt gemeinsam zum Wohl des Tieres.

Bisher war die vorherrschende Meinung laut wissenschaftlichem Stand so, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen sollten, sprich die Gefahr von Gebärmutter-vereiterung, Gebärmutterkrebs und Mammatumoren, sowie entartende Hodentumore oder Prostataveränderungen sollten damit vorgebeugt werden. Auch hinsichtlich des Verhaltens eines Hundes nach einer Kastration wurden mehr Vorteile gesehen. 

Diese Sicht hat sich aber in den letzten Jahren gewandelt, auch in medizinischer Hinsicht und aufgrund von erhobenen Langzeitstudien. Gerade im Zusammenhang mit der Tumorverhinderung hat es sich gezeigt, dass natürlich die oben genannten Tumore damit verhindert werden, aber gleichzeitig werden wohl andere Tumorarten und hier besonders bösartige, aggressive und schlecht feststellbare forciert. Um ein Beispiel zu nennen, Lymphosarkome treten bei kastrierten Hunden viel stärker auf und auch meist viel früher und sie sind nicht heilbar. Wir selbst haben diese Erfahrung mit einem unserer Rüden vor vielen Jahren machen müssen und es ging damals extrem schnell bis wir ihn erlösen mussten und dieser Hund war auch mit 4 Jahren kastriert worden.

Jeder Hundehalter wird sich mit diesem Thema auseinandersetzen und sollte hier auch sachlich alle Seiten betrachten. Ob kastriert werden soll oder nicht, entscheiden immer der Besitzer und der Tierarzt, wer sich unsicher ist, kann sich immer noch eine zweite Meinung einholen. Leichtfertig und aus Bequemlichkeit werden wohl die wenigsten einen gesunden Hund einer größeren Operation unterziehen, besonders weil jede Narkose auch die letzte sein könnte.

Nachstehend ein sehr informativer Link zu diesem Thema:

Die Kastration beim Hund - Ein Paradigmenwechsel

 
Verfasst und geschrieben von Karen Hanemann
http://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=18951shapeimage_2_link_0
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